-
Péniche GMS Willi
Das hundertjährige Kanal-GMS Willi soll möglichst in seinem ursprünglichen Zustand erhalten bleiben. Dafür sorgt der rührige Präsident G. des Vereins
Historische Binnenschifffahrt - und dessen Statuten. Dennoch haben einige moderne Einrichtungen, vor allem im Steuerhaus, Eingang gefunden. Willi fährt selbstverständlich mit Radar, hat Wendezeiger und Telefon. Es wird eine moderne GPS-ähnliche Flusskarte verwendet, von der ich während meiner Berufslaufbahn nicht einmal zu träumen wusste. Und eine sehr gute Hilfe bei der Navigation ist der zuverlässige Bugstrahlantrieb. Auch freut sich die "Besatzung" des Willi über die im Laderaum eingebaute Dusche.
Nach meinem nicht unbedingt massgebenden Urteil hat der Willi nur eine Schwachstelle: Er ist bestückt mit einem Haspel aus massivem Eisen. Ich bewerte dieses unmögliche Ding sehr negativ und finde die Arbeit damit, das stundenlange in den Händen halten von einem Stück Eisen nicht nur ungemütlich, sondern auch ungesund. Ich steuerte kürzlich Willi von Kleinhüningen-Basel durch die Stadt bis in den Auhafen. Da angelangt war ich direkt froh, den Haspel dem Willi-Initianten und Vereinspräsidenten G. wieder übergeben zu können. Als Schiffsführer auf dem Rhein hatte ich auch einmal einen eisernen und ovalen Kanalhaspel. Diesen haben wir aber jeweils immer sofort wieder demontiert und ersetzt durch das hölzerne Steuerrad. Nicht jedoch G., er ist stolz auf sein eisernes Monstrum. Er meint, das sei noch eine Erinnerung an die "Gute, alte Zeit" und deswegen gerade richtig für den Willi. Ich aber meine, dass der Lebensweg von Willi vielleicht anders verlaufen ist. Holz als Material gibt es seit Jahrhunderten und ich nehme an, auch als Steuerrad! Vermutlich war das Ableben von Willi einmal anders eingeplant. Der Eigentümer von Willi wird sich so verhalten haben, wie ein Rheinschiffer heute, der sein Schiff verkaufen will. Diese montieren vor dem Verkauf ja auch alles ab, was nicht niet- und nagelfest ist, gar noch irgendwelchen Wert aufweist. Weil aber ein Schiff auch auf seiner letzten Fahrt zum Schrottplatz ein Steuerrad braucht, ist schnell ein hässlicher, eiserner Haspel gefunden. Irgendwo in einem Partykeller kann man sie dann finden, Schiffsglocken in jeder Grösse aus edlem Metall, kupferne Positionslichter, hübsch lackierte, gedrechselte Steuerräder - und vielleicht den hölzernen Willi-Haspel!
Und jetzt zu Euch, meine lieben Forumleser. Ich beglückwünsche Euch zu diesem Forum! Mein Schifferverein Basel-Kleinhüningen hat eine Homepage und ich machte damals mit beim Einrichten. Doch als ich den Vorschlag zur Diskussion stellte, unseren Internetauftritt um ein Diskussionsforum zu erweitern, wurde das vom gesamten, mehrköpfigen Vorstand abgelehnt. Grund: Gibt zu viel Arbeit, keine Zeit dazu, wir sind noch berufstätig. Leider!
Nun eine Bitte an Euch: Gebt mir bitte eine Kritik über die Geschichte vom Willi-Steuerrad. Freuen würde es mich natürlich besonders für die Unterstützung bei meinem Wunsch nach einem hörzernen Haspel. Seid Ihr jedoch alle Gs Ansicht, dass ein eiserner Haspel wertvoll ist, gebe ich mich noch nicht geschlagen. Mein Argument dann: Wir verzichten nicht auf Radar, Bugstrahl und moderne Duschen, verzichten aber freiwillig auf den historisch wertvolleren Helmstock, haben stattdessen leider ein eisernes Unding.
Ich grüsse Euch
Göpf
Berechtigungen
- Neue Themen erstellen: Nein
- Themen beantworten: Nein
- Anhänge hochladen: Nein
- Beiträge bearbeiten: Nein
-
Foren-Regeln