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Vorstand Binnenschifferforum hilft e.V.
Hallo zusammen,
ich kann verstehen, daß sich einige jetzt aufregen, daß man nun die Schwefelsäure abläßt. Die einen werden sagen: "Sowas geht nicht", die anderen "das hätte man auch gleich machen können...!"
Auf welcher Basis die Entscheidung gefällt wurde, weiß ich nicht, aber mit Sicherheit haben auch Umweltbedenken eine große Rolle dabei gespielt.
Man wußte zwar, daß sich die Säure schnell mit dem Rheinwasser vermischen würde, aber trotzdem gab es von überall Aufschreie der Empörung.
Wahrscheinlich deswegen hat man beschlossen, die Säure in Leichter oder Schiffe umzupumpen.
Zu diesem Zeitpunkt wußte noch NIEMAND, wie es in den Tanks der WALDHOF wirklich aussieht. Man ging zwar davon aus, daß keine Säure ausgetreten war, aber einen Beweis dafür gab es nicht, man mußte erstmal die Tanks sichten und Proben nehmen.
Das hat man dann ja auch gemacht und festgestellt, daß die Säure mit Wasser durchsetzt ist und sich Wasserstoff gebildet hatte....
Jetzt sind wir ein paar Tage weiter, ein Tank, von dem man vermutete, daß die Säure noch unverdünnt war, wurde bereits geleichtert und das Produkt nach Mannheim zu BASF gebracht. Und jetzt kommts: Ich bin mir sicher, daß man dort festgestellt hat, daß die Säure doch mehr mit Wasser durchsetzt war, als man es vorher gedacht hatte. Ich könnte wetten, daß es in dem Tank Wassernester gab, die sich nicht aufgelöst hatten und beim Umpumpen für EINIGE Probleme gesorgt haben.
In einem Zwischenbereich der Verdünnung ist Schwefelsäure so aktiv und aggressiv, daß es Stand heute keinen Behälter gibt, in dem man dieses Produkt sicher transportieren könnte. Ich denke, da werden einige froh gewesen sein, als diese Suppe aus dem Schiff wieder draußen war.
Und dann entsorgt man sie über die Hauseigene Kläranlage...
Wie?
Man verdünnt sie, neutralisiert sie vielleicht auch zum Teil mit Lauge.
Und wohin mit dem Zeug?
In den Abfluß!
Und wo geht der Abfluß hin?
In den Rhein!
Und wahrscheinlich ist genau so eine Suppe (oder noch schlimmer) in den anderen Tanks ebenfalls vorhanden....
Wenn die WALDHOF jetzt auch noch Richtung Kolk rutscht, warum soll man dann das Risiko auf sich nehmen, immer damit rechnen zu müssen, beim Homogenisieren Probleme zu bekommen, weil es bistimmt auch in den anderen Tanks Wassernester gibt und sich wieder Gase und Hitze bilden?!?
Nur damit die Suppe den Rhein hochgeschippert und dann doch in die Kläranlage laufen läßt, damit sie dann (natürlich längst durchmischt und unschädlich) in St. Goarshausen vorbeiläuft.
Wozu das alles?
Ich habe vollstes Verständnis dafür, daß man das Produkt jetzt kontrolliert in den Rhein pumpt.
Gut: Ich möchte jetzt gerade kein Fisch sein und in den 200 Metern schwimmen müssen, bevor die Säure sich aufgelöst hat, aber sonst wird das keine Auswirkung haben.
Man könnte sich fragen, warum das nicht gleich so gemacht wurde, aber so ist es eben: Nachher ist man immer schlauer!
LG
Micha
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