Quelle: Zeitschrift für Binnen – Schiffahrt 1915 Seite 44
„Wasserwege sind an sich von der höchsten Wichtigkeit
für die menschliche Kulturentwicklung. Wasserwege ersparen
dem Wirtschaftsleben gewaltige Jahressummen an Frachtkosten.
Wasserwege machen viele Dinge erst bewegbar und verwertbar,
die ohne sie tot und wertlos sind und bleiben.
Das ist zweifellos ein wichtiger und richtiger Satz!
Wasserwege verteilen das Wirtschaftsleben wie die Bevölkerung über
weite Flächen, während die Eisenbahnen zusammenziehend wirken.
Wasserwege wirken infolgedessen steigernd auf die Volksvermehrung,
während die industriellen und städtischen Zusammenziehungen hindernd wirken.“
Quelle: Zeitschrift für Binnen – Schiffahrt 1915 Seite 32
„Meine Herren, ich hatte bereits vorhin gesagt, daß wir nach Ausbau
der Kanalstrecke Hannover - Elbe einen großen deutschen Binnenschiffahrtsverkehr
bekommen werden.
Bisher haben wir eigentlich mehr oder weniger nur eine Schiffahrt auf einzelnen Stromgebieten gehabt.
Dies wird nach Fertigstellung der Kanalstrecke Hannover— Elbe anders werden.
Neben den Lokalverkehr wird ein durchgehender deutscher Binnenschiffahrtsverkehr treten,
und dieser wird an Ausdehnung vielfach den Lokalverkehr weit überflügeln,
weil er unter viel günstigeren Bedingungen arbeiten kann.
Bei ihm sind die Unkosten für Lade-, Umschlags- usw. Gebühren
verhältnismäßig viel geringer als bei dem Schiffsverkehr auf kür-
zeren Strecken, da sie sich auf größere Entfernungen verteilen.
Was für den Eisenbahnfrachtverkehr gilt, das muß auch für den
Binnenschiffahrtsverkehr gelten; nur auf kürzeren Strecken hat der
teurere Fuhrwerksverkehr mit der Eisenbahn konkurrieren können,
und ebenso wird bei Gütern, für welche die Beförderung zu Wasser
in Frage kommt, der Eisenbahnverkehr nur auf kürzeren Strecken
konkurrenzfähig sein. Bei größeren Strecken spielen die Kosten
für die Heranschaffung von Waren, die bei dem weitmaschigeren
Kanalnetz höher sind als bei dem engeren Eisenbahnnetz, keine so
erhebliche Rolle.“
Auf der Karte im Anhang ist der Mittellandkanal nicht fertig gebaut.
Links und rechts von Magdeburg ist ein „große Lücke“. An Hand der Lücke ist es leicht zu erkennen, was mit den Worten oben gemeint ist.
Schiffahrt, Wasserstrassen ein Blick
Wasserstrassen
Quelle; 1910 Schiffbau WELTAUSSTELLUNG IN BRÜSSEL Seite 48/ 49
Für die Binnenschiffahrt stehen 1905 ca. 10.000 km zur Verfügung.
„Diese Zahl hat sich von 1875 bis 1905 ziemlich unverändert er-
halten; denn wenn auch einige Hundert Kilometer neuer Kanäle
hinzugetreten sind, so hat doch die gleiche Anzahl älterer Wasser-
strassen kleiner Abmessungen ihre Verkehrsbedeutung vollkommen
verloren.“
Eine Gesamtstrecke die erhalten und ausgerüstet sein will.
Das Wasserstrassennetz soll aber auch noch erweitert und ausgebaut werden – wichtig.
Schiffahrt
Quelle; 1910 Schiffbau WELTAUSSTELLUNG IN BRÜSSEL Seite 48/ 49
„Nach den Aufzeichnungen der Reichs-Statistik lässt‚ sich fol-
gende Übersicht herstellen, die den Schiffsbestand am 31. De-
zember 1877 und 1902 angibt.
Die Zahl sämtlicher Schiffe von 17.653 im Jahre 1877 auf 24.839 im Jahre 1902,
also um 41 v. H., die Tragfähigkeit aber von rund 1.400.000 t auf 3.000.000 t,
also um 257 v. H. es gestiegen ist.
Sehr beachtenswert ist auch die Vermehrung der Dampfer, weil
sie zeigt, in wie ausgedehntem Masse die Schiffahrt sich der
neuzeitlichen mechanischen Kraft zur Fortbewegung bedient und
damit die Wasser-Güterbeförderung hinsichtlich der Schnelligkeit
und Zuverlässigkeit des Betriebes den Eisenbahnen nahebringt.
Die Zahl der Dampfer hat sich von 570 mit rund 35.000 Pferdestärken auf 2.604
mit rund 360.000 Pferdestärken gehoben; davon
waren 269 bzw. 1.192 Personendampfer, die übrigen, also 301 bzw.
1.412, Güter- und Schleppdampfer.“
Somit war die Binnenschiffahrt eine Wachstumsbranche und die Werften hatten wohl volle Auftragsbücher.
Ideale Vorraussetzung für die weitere industrielle Erschließung Deutschlands.
Der Kanalbau musste weiter voran getrieben werden.
Die Realisierung dieses riesigen Projektes des Kanalbaus lies sich mit normalen Mitteln
nicht realisieren.
Überall wurden Kanäle gebaut ob Kannada, England, Finnland, Frankreich, Belgien, Holland usw..
Eine Geldrückfluss/Refinanzierung war für solche Riesenprojekte zwingend notwendig.
Hilfsmittel zum Zweck war die Schaffung eines Schleppmonopols.
Ein Schleppmonopol zu bilden, war keine deutsche Erfindung man entschied sich nach langen Beratungen und Abwägungen für ein Model angelehnt an Belgien.
So nun bleibt noch die Frage: Was ist ein Monopol?
Ein Vorrecht, alleiniger Anspruch, alleiniges Recht, besonders auf Herstellung und Verkauf eines bestimmten Produktes.
Also "ein Monopol ausüben, ein Monopol auf etwas haben"
Das Wort Monopol für den Schleppbetrieb zu verwenden ist eigentlich zu kurz.
Richtig muss es lauten Schleppmonopol.
Das Wort Schleppmonopol bedeutet:
Das alleinige Recht haben den Schlepp- Transport auf den vorher festgelegten Wasserstrassen/Kanälen durchzuführen.
(Dies schließt natürlich „Hilfsmittel“ wie die Anmietung von Mietschlepper zur Erledigung
der gestellten Transportaufgaben ein.)
Damit sind wir in meiner kurzen und knappen Darstellung durch, die natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat.
Für mich bleibt ein Frage offen: Warum werden die Wasserstraßen, die dazugehörigen Brücken und natürlich die Binnenschiffahrt so stiefmütterlich behandelt?
Bleibt mir nur noch eins zu erklären, die Kopien können frei zur privaten Verwendung genutzt werden. Ich brauche kein Copyrihgt.