Moin Padler,

Warum sollte ein Neubau mehr Geld bekommen wie,ein altes Schiff?
Wenn ich ein neues Schiff haben möchte,dann häufe ich soviel Eigenkapital an,das ich mit den momentanen Frachtraten alles bezahlen kann.
Bei einer Investitionsrückstellung der Steuern, von höchstens 200.000 Euro und den Frachtraten eher Wunschdenken.Da man dann innerhalb von 3 Jahren bauen oder Kaufen muss,müsste man in 2,5 Jahren die restlichen min 30 % = 1,3 mio Eigenkapital erwirtschaften.Da der Gewinn aber in der Zeit auch versteuert wird ,wäre das schon 1 mio/ Jahr ,da 48 % die Steuer frisst, die an gewinn zu erwirtschaften wären..
Eine Finanzierung bei derartiger Eigenkapitalhöhe ist einfach Wahnsinn,wenn man sie nicht innerhalb eines Jahres erwirtschaftet.
Das schafft kein Partikulier,der nicht ein Schiff hat ,was schon 1 mio beim Verkauf bringt und auch dann wäre der Verlust jedes Jahr,an die Steuer Wahnsinn.
Von 100000 Euro Gewinn bleiben nur 52000 ,den Rest holt sich Finanz-und Gewerbeamt.
Kennst Du einen Weg das zu umgehen,meine Steuerberaterin, jedenfalls nicht.
Was mich daran erinnert, dieses Jahr zu wechseln.

Zurück zum Anfang.
Habe ich also keine 1,5 mio bei der Hand oder keinen Vertrag der mir diese Einahmen zusichert,ist jede Rechnerei sinnlos und man brauch sich nicht zu beschweren.

Nun stell ich mal mein Schiff ,Baujahr 1964 einem Neubautanker gegenüber.

Yggdrasil:

Boden:
- Eigentlich uninteressant ,da nach letzter Messung zugelassen,aber es sind 6 – 10 mm
Rohrleitungssystem + Pumpe = Edelstahl (das wahrscheinlich wertvollste am ganzen Schiff ,wenn sonst keiner an Bord ist)
Doppelhülle und Center Tanks mit Uni - Coating
Lade- und Löschleitung liegt unterhalb der Tanks,was ein gleichmäßiges beladen und löschen ermöglicht, ohne das die Pumpe zwischendurch Luft zieht und eigentlich nicht weiter,bis auf Tankfüllstandsalarm,überwacht werden muss
falls Löschpumpenmotor ausfällt,steht eine elektr. Edelstahlpumpe die über das Bordnetz betrieben wird, in Reserve
Hautmaschine Baujahr 1982 ,Langsamläufer = so gut wie unkaputtbar
Stromaggregate 2 = 1x neu + 1x ,,alt“
alle geforderten SUK – Sachen, wie doppelter überwachter Ruderhydrauliktank, seperater Tank für Steuerhaushydraulik,Altöltank ,feuerfeste Oberlichter waren schon,bis auf den Ruderhydrauliktank, seit Bau des Schiffes vorhanden.
Einmannradarfahrstand
Elektrische Anlagen über neue Schalttafel + Kabel,nur Beleuchtung,Ankerwinden ect. noch über alte

Neubau:

Rohrleitungssystem verzinkt + soweit ich weiß, normaler Pumpe in Stahlausführung
Doppelhülle + Center Tank mit ,ich nehm auch an Uni-Coating,da die meisten ja Chemietanker sind
Lade- und Löschleitung an Deck ,was bedeutet,das bei Be - und Entladung, Tank für Tank beobachtet werden muss und Stöße im Leitungssystem beim Luftziehen der Pumpe wahrscheinlich sind
meist 2 oder mehrere Lade- und Löschpumpen
sonst alles neu

Die Einhaltung von Ökonormen beim Hauptmotor lass ich gelten,obwohl Dein einwand garnicht mal soweit hergeholt ist.,wie man sieht
.Bei den Stromaggregaten spreche ich es denen ab,da diese Tag und Nacht laufen.
Ansonsten ist nur alles nur neu, aber nicht besser,sogar teilweise, was die Edelstahlsachen betrifft ,schlechter

Warum sollte ich mir einen Neubau kaufen? Weil Befrachter das so wollen?^^
Die sollen sich 2 Eimer kaufen oder sie akzeptieren das alte Baujahr,wenn sonst alles den Vorschriften entspricht.

Anstatt vor den Befrachtern zu knien,sollte man sie mal eben links liegen lassen mit,ja mit dem Hinweis auf die 2 Eimer.
Na ja, einen der aus der Reihe tanzt, gibt es ja immer,da wird es schwer.

Dem Kunden ist das jedenfalls völlig egal,Hauptsache seine Ware kommt billig,sauber,pünktlich und in voller Stückzahl an!

Ja es gibt den ein oder anderen ,die besonders öko sein wollen,da ist dann wieder der Hinweis auf,richtig, die 2 Eimer.

Der Gesetzgeber immer mehr Ökodreck vorschreibt?
Ja, da wäre was dran,ist aber nebensächlich,da die Ostblockstaaten ja nun EU sind und stehts Veto einlegen werden und es deswegen Bestandsschutz bis Sankt Nimmerlein geben wird.

Nur wer was neues baut,tja, der muss sich an all die schönen Vorschriften halten.!


<Tja die Leute von der SUK sind auch nur Menschen,
da hat jeder irgendwie sein eigenes Steckpferd was er kontrolliert und was nicht ... >

Es gibt diese Vorschriften und die SUK interesiert ,obwohl es das sollte,das wohl eher nicht.
Beim WSA wurde mir gesagt, man habe die Anweisung,die Schiffahrt nicht zu behindern.^^
Wann warst Du das letzte Mal ,auf der Weser?
Also ,wenn dieser Regelverkehr,nach Fertigstellung der Schleuse in Minden,nehme ich an, in Kraft tritt,nenne ich das nicht Behinderung,sondern einen ,,schweren Eingriff in den Schiffsbetrieb“ und da steht Gefängnis drauf,was in dem Fall ,auch gerechtfertigt wäre.

Nein, die WSP sollte so etwas kontrollieren und wie ich hörte ,gibt es den ein oder anderen der das auch schon tut.

Von der WSP in Münster bekam ich die Auskunft,das der Tiefgang auch kontrolliert wird und jedes mal Verstöße bei den Neubauten in Sachen Tiefgang entdeckt würden.
Ich selber sammle seit 3 Jahren Fotos ,von jeder Art solcher Verstöße.
Nein ,nicht um sie anzuzeigen,sondern um die Gesichter der Beamten zu sehen,wenn sie gesagt haben ,das gäbe es nicht und ich ihnen dann die selbigen vor die Nase halte.

Das nützt mir nix ,nur meiner Seele tut es gut,wenn sie ins stottern kommen.
Obwohl,wann war die letzte große Kontrolle ,sollte die nicht alle 3 Monate sein,muaaah!?
Andererseits schocke ich auch mal ,in dem ich sie anrufe und sage ich komme gleich zur Kontrolle vorbei^^
Das tu ich regelmäßig bevor ich an die Werft fahre.
,,So etwas haben wir ja noch nie erlebt“ kam die Aussage beim ersten mal.
Nun ja, was soll ich jetzt an die Werft und dann erzählen sie mir ,was ich alles vergessen habe,also möchte ich jetzt eine Kontrolle auf Mängel.
Das wurde anstandslos Bewilligt und ich habe nie später Probleme gehabt.

Bei den Ankern meine ich diese voll versenkten,die mit der Bordwand abschließen.
Bei frei hängenden ,friert dir höchstens die Kette fest.Aber bei denen ,denk ich mal bilden sich Eispanzer in der Ankerklüse.


Ein Fahrzeug oder ein Schubverband mit jeweils einer Länge von mehr als 90,00 m oder einer Breite von mehr als 9,65 m oder mit einer Abladetiefe von mehr als 2,50 m darf nur fahren, wenn es oder er mit einer aktiven Bugsteuereinrichtung oder einem Zweischraubenantrieb und einer Sprechverbindung zwischen Steuerstand und Spitze des Fahrzeugs oder Verbandes ausgerüstet ist.

Das gilt übrigens auf der Ruhr,WDK,DHK,RHK und KüK.

...oder Abladetiefe über 2,50m.....

Auf dem MLK gilt zwischen Süllfeld und Magdeburg, ab 125 m ,Bugstrahl oder Doppelschrauber.

Und hält sich einer daran?

Die DBR hat sich für ihre Containerverbände ,extra seperate Köpfe mit Bugstrahl gekauft,da die 24iger ja nur Einschrauber sind.
In letzter Zeit sehe ich aber immer öfter, Verbände die keine Container geladen haben, die ohne diesen unterwegs sind.Aber die nennen sich auch nur noch DBR,das Kommando hat -
,,Ahh,wo ist Probleeem,nix Probleeem,alles gut“



Ich war 2 Jahre in der B-Fahrt zwischen HH und Magdeburg bzw. Salgitter unterwegs.Da waren die Schleusen zwar noch ab 22 Uhr dicht ,aber wir haben es fast immer geschafft nicht zum Stillstand,zu kommen.
12 Reisen,wenn alles gut lief und wie gesagt ,das war unter Kontrakt,mit bevorzugter Be- und Entladung.
Da gab es 4 Euro/to und den Hass der gesamten aufgestachelten Nordflotte.
Ich war angestellt,mich hat es nicht interessiert.Ich kann mich noch dran erinnern , das wir mal genau vor einem Schiff geladen haben,das aber vor uns löschen sollte.
Ich wollte tauschen,bekam aber die Anweisung,zur Einladung.Völlig Irre!
Aber ,es gab außerplanmäßige wirkliche Nachtruhe,was auch mal schön war.
Achso und das Schiff hatte wirklich doppelte Besatzung.
Da die Tanklager auch kein 24 Stundenbetrieb haben kommst wie gesagt auf nicht mehr Reisen,weswegen B-Fahrt sinnig ist, auf der kurzen Relation.
Das macht dann 60,000,- bei 5 euro und richtig ,die Besatzungskosten ,bringen dich wieder an die Suppenküche.


Nur A1-Besatzung in der A2 Fahrt und ,richtig ,Nachts auch noch laden,dann eventuell reicht es.Aber dann nicht mehr für ein Stück Butter.
Ein Holländer erzählte mir jetzt,er hätte das durchkalkuliert und wenn er mit Frau, 20 Jahre ,ohne nennenswerte Reparatur 16h/Tag und 7Tage/Woche und abzüglich Feiertage/Jahr fahren würde, würde sich das rechnen.
Ich hab besseres zu tun,denke ich und er übrigens auch.
Von der Bank,jeden Monat Bootsmannslohn zu bekommen,nenne ich nicht Selbständigkeit.

Gute Fahrt